Wie es weitergeht.... 

Nun, ganz genau weiß ich das natürlich nicht. Aber alles, was ich gehört habe, ist Folgendes:

 

Ich werde natürlich hier in meiner Herde aufwachsen. Wäre ich ein Hengstfohlen gewesen, hätte ich in eine Hengstfohlenherde umziehen müssen, damit ich gleichaltrige Freunde zum Toben hätte. Als Stutfohlen lerne ich alles, was wichtig ist, von meiner Herde, so wie sie hier ist - vom Herdenchef Pegasus, vom alten Goldi und von der jungen Stute Fee. Und natürlich von meiner Mama.

Ich darf auch immer mit Mama zusammenbleiben und von ihr trinken, solange wir beide das wollen. In der freien Natur trinken manche Fohlen drei Jahre von ihrer Mama, die meisten allerdings nur zehn Monate, bis das nächste Fohlen geboren wird. Ich werde sehen, wie lange ich das möchte und wie lange Mama das zuläßt. Aber ich bin froh, dass wir nicht getrennt werden. Die meisten Fohlen in Zuchtbetrieben müssen schon im Herbst ihre Mama verlassen, und das ist viel zu früh. So ist das in der freien Natur nie....

 

Im Herbst soll ein zweites Stutfohlen zu uns kommen, damit ich auch eine Freundin in meinem Alter habe. Das wird bestimmt nett. Ich mag auch Fee sehr gerne und grase gerne Nase an Nase mit ihr oder fordere sie zum Fellkraulen auf. Das ist ein schönes Mädchenspiel. Hengstfohlen raufen und toben, und wir kleinen Stuten üben uns im Bonding, also in den sozialen Kontakten.

 

Außerdem werde ich weiterhin alles lernen, was ein Fohlen lernen muss, um dann ein  zuverlässiger Partner für seinen Menschen zu werden. Vieles kenne ich ja schon - führen, anbinden, abspritzen, Hufe geben, große Traktoren und andere Fahrzeuge neben mir, als Handpferd mitzulaufen und noch so vieles mehr. Ich habe gelernt, respektvoll zu meiner Familie zu sein, und sie sind immer nett zu mir.

 

Dreimal habe ich schon unseren Hufschmied gesehen, und er hat immer meine Beine aufgehoben und gesagt, dass meine Hufe sehr schön aussehen. Das nächste Mal, wenn ich fünf Monate alt bin, wird er sie vielleicht bearbeiten müssen, hat er gesagt. Das kenne ich ja schon von Mama.

 

Emily und Carl werden mich ausbilden, und dann werde ich Leopolds Reitpferd sein. Er ist zehn Jahre alt und lernt gerade auf Mama das Reiten....

Carl ist sein Reitlehrer. Er ist für Leopold der beste Reitlehrer, den es gibt, denn er kennt meine Mama besser als jeder andere. Er hat auch schon Emily das Reiten beigebracht.

Ich schaue gerne zu, wenn Leopold Reitstunden hat. Und wenn ich mich doch mal langweile, spiele ich mit meinen Bällen.

Leopolds größtes Vorbild ist Carl. Ich hoffe, dass Leopold dann später genauso gerne und gut reitet wie Carl. Dann werden wir beide viel Spaß zusammen haben - beim Ausreiten, in der Dressur und beim Springen. Und überhaupt jeden Tag!

 

Ich mag Leopold sehr gerne. Er ist auch gerne bei mir und besucht mich jeden Tag.

Außerdem soll ich natürlich ein Kutschpferd werden. Dann werde ich zusammen mit Mama die große Kutsche ziehen. Wir sehen bestimmt toll zusammen aus!

Sigrid träumt immer noch von mehr Land. Damit wir noch mehr wie freie Pferde leben können. Einmal hat sie gesagt, sie träumt sogar von einer ganzen Freiberger - Herde; einem Hengst und ein paar Stuten. Ob ich dann wohl auch ein Fohlen haben werde?

 

Wie auch immer - ich freue mich sehr auf mein weiteres Leben. Und auch wenn dieses Buch hier erst einmal endet, verspreche ich Euch, dass ich wieder von mir hören lasse!