Der dritte Tag: Stromzäune und Bälle

 

Heute wurde der erste richtig spannende Tag.

Als erstes muss ich lernen, dass es weh tut, die Seile der Stromzäune zu berühren. Gestern war das noch nicht so gewesen, aber heute bekomme ich einen gehörigen Schrecken, als ich eines der Seile mit den Lippen berühre. Ich bin ja ein Säugling und nehme wie ein Baby gerne alles in den Mund. Aber dieses Stromseil ist schrecklich! Ich springe einen großen Satz zurück und reibe meine Lippen am Boden. Das tut weh! Zu meinem Erstaunen höre ich, dass die Menschen froh sind, dass ich einen Stromschlag bekommen habe. Sie sagen, ich solle jetzt schnell lernen, dass Zäune weh tun, damit ich gar nicht erst auf die Idee komme, unsere Koppeln zu verlassen. Nun, so schnell will ich das nicht verstehen. Ich versuche es also noch einmal, in dem ich meinen Popo an den Zaun drücke. Oh weh, nie wieder!

Die Menschen sind sehr erleichtert, weil sie meinen, nun sei ich in Sicherheit, und sie können endlich wieder beruhigt schlafen. Ich werde nicht auf die Straße laufen oder die anderen Pferde besuchen. Ob sie wohl recht haben?

 

Anscheinend haben sie aber doch wohl ein schlechtes Gewissen, denn sie bringen mir ein tolles Spielzeug:

Mama findet den Ball auch ganz prima und sagt, er sei sehr lustig für mich.

Ich stelle schnell fest, dass ich den Ball mit den Füßen kicken kann….

oder ihn mit der Nase anstupsen! Er rollt lustig im Paddock herum….

Das macht richtig viel Spaß!

Doch plötzlich sehe ich, dass Mama hinter dem Zaun ist! Sie hat mich ganz alleine gelassen, um Gras zu fressen! Und nun? Wie soll ich zu ihr kommen? Ich habe ja gelernt, dass man nicht durch Zäune steigen sollte....

Zum Glück bin ich ein besonders schlaues Fohlen und beschließe, am Zaun entlang zu laufen, bis ich wieder bei Mama bin. Auch wenn das leider bedeutet, dass ich erst einmal von Mama weglaufen muss.

Also laufe ich los, den Zaun entlang. Ich kann schon richtig schnell rennen!

Und ich habe Recht, bald komme ich zum Toreingang und endlich bin ich wieder bei Mama! Bei ihr zu trinken ist so beruhigend. Dann weiß ich wieder, dass die Welt in Ordnung ist.

Schnell gebe ich ihr noch ein Küßchen, weil ich sie soooo lieb habe!