20 Tage alte: Eine Montagmorgen - Geschichte 

Manchmal geht am Montagmorgen nicht alles so, wie es soll.... Sogar in einem Fohlenleben ist das so.

Dabei fängt der Tag eigentlich sehr schön an, so wie immer. Mama und ich liegen zusammen im Stroh und schlafen bis um sieben....

Nichts ist schöner, als so gemütlich neben Mama zu legen. Also strecke ich mich nochmals aus und schlafe tief und fest ein.

Nach dem Frühstück spiele ich wieder mit meinen Bällen. Das macht mir immernoch viel Spaß!

Doch plötzlich sehe ich, dass Mama am Ende des Laufwegs auf der anderen Seite des Blumenwalls ist. Obwohl es nur fünfzehn Meter bis zu ihr sind, gibt es doch leider keinen direkten Weg zu Mama..... Denn der Wall ist zwischen uns!
Ich wiehere verzweifelt und trabe im Paddock herum.... Doch Mama bleibt ruhig und grast weiter.... Sie kommt nicht zu mir und antwortet nicht einmal!

Zum Glück ist Sigrid noch da und macht unseren Stall sauber. Ich laufe zu ihr, damit sie mir hilft. Doch alles, was sie tut, ist, Photos von mir zu machen! Das hilft mir jetzt auch nicht weiter! Oder will sie vielleicht schon wieder testen, ob ich ein kluges Fohlen bin?

Ja, so wird es sein. Ich weiß auch, dass Mama am Ende des Laufweges ist und ich nur den Laufweg entlang laufen muss. Es sind nur 150 Meter bis zu Mama....

Also laufe ich in meinem schnellsten Galopp den Laufweg entlang. Doch Mama ist immer weiter weg! Ich bekomme Angst und drehe doch lieber um, damit ich ihr wieder näher bin.

Pegasus steht hinter dem Zaun. Ich laufe schnell zu ihm und frage ihn, ob er mir sagen kann, wie ich am schnellsten zu Mama zurück komme. Doch auch er gibt mir keine Antwort. Aber er ist ganz ruhig und gibt mir so zu verstehen, dass auch ich mich nicht so aufregen soll.

Mama, warum antwortest du nicht und kommst nicht zu mir?

Also gut. Ich mache einen neuen Versuch und galoppiere den Laufweg entlang, ganz bis zum östlichen Ende. Ich laufe um die Kurve - und vor mir ist endlich: Mama!

Ich bin so glücklich, endlich wieder bei Mama zu sein!

Dabei freue ich mich eigentlich auch, dass sie mich schon manchmal alleine von ihr weglaufen läßt. Ich darf zum Beispiel schon alleine um den Stall herumgehen auf die Nordseite, wo nur ein einfacher Zaun uns von den anderen Pferden trennt. Dort besuche ich dann die anderen, und sie finden mich auch ganz nett und schnuffeln an mir.

Wenn Mama allerdings neben mir ist, giftet sie die anderen noch immer von mir weg und wird richtig ärgerlich. Sie legt dann die Ohren an und sieht sehr gefährlich aus!

 

Es wird wohl leider noch eine Weile dauern, bis wir eine Familie sein dürfen. Mama regt sich einfach immernoch zu sehr auf, wenn mir jemand zu nahe kommt.

Dieser Montag ist leider nicht mein Glückstag geworden, denn später erlebe ich etwas, das ich noch gar nicht kannte - es regnet! Das fühlt sich gar nicht schön an, ich werde ganz nass! Immerhin kann ich Mama überreden, mit mir in den Stall zu gehen. Ich mag den Regen nämlich gar nicht!