Der zweite Tag

 

Am zweiten Tag lerne ich nun vor allem die Menschen genauer kennen, die immer in meiner Nähe sind. Es gibt viele, die hinter dem Zaun stehen und immer schauen, was ich so mache. Andere, nämlich Besucher meiner Familie, kommen etwas näher, fassen mich aber nie an oder kommen uns zu nahe. Es gibt nur drei Menschen, die mich immer wieder berühren und mit mir sprechen.

Da ist vor allem Emily, ein hübsches Mädchen mit langen, blonden Haaren. Sie setzt sich oft neben mich ins Stroh oder ins Gras und streichelt mich. Das fühlt sich sehr schön an. Sie merkt auch bald, dass ich es sehr gerne mag, wenn sie mich richtig fest massiert. Dafür liebe ich sie sehr. Meine Mama ist ihr Reitpferd, da ist es ja klar, dass sie so viel bei uns beiden ist. Eines Tages, sagt sie, wird sie auch mich reiten. Da bin ich ja schon mal gespannt!

Ihr großer Bruder Carl ist auch öfter da. Er beginnt schon heute damit, mich immer mal wieder festzuhalten, damit ich lerne, stehen zu bleiben, wenn die Menschen etwas von mir wollen. Ich finde das erst gar nicht so angenehm und zappele und schlage mit meinen Hinterbeinen in die Luft. Doch er ist stärker als ich, und so gebe ich nach und gewöhne mich bald an diesen Griff. Außerdem streichelt und knubbelt auch er mich so schön, dass es sich gut anfühlt.  Ihm gehört Pegasus, der Wallach, den meine Mama so gerne mag. Pegasus ist ganz groß und regt sich noch immer mächtig auf, wenn er mich sieht. Jetzt wurde sogar extra noch ein zweiter Zaun zwischen uns gemacht, damit die Wallache mir auf jeden Fall nicht zu nahe kommen. Die Menschen sagen, ich sei noch zu klein und schwach und müsse erst einmal mit Mama alleine bleiben. Wie schade, denn ich möchte ihn gerne kennen lernen.

Und schließlich gibt es noch die Mutter von Carl und Emily, die uns immer versorgt. Sie heißt Sigrid und ist fast den ganzen Tag bei uns, macht immer alles sauber und füttert uns. Außerdem passt sie auf, dass niemand mir zu nahe kommt, und spricht mit den Leuten, die immer am Zaun stehen. Sie macht auch ganz viele Photos von mir und ich glaube, sie findet mich fast so toll wie Mama.

Heute bin ich schon viel lebhafter als gestern und tobe viel herum.

Außerdem kann ich schon ganz tolle Bocksprünge machen!

Natürlich bleibe ich immer in der Nähe von Mama.

Mama ist die beste und schönste Mama auf der ganzen Welt!

Das bin also ich:

Galine, Freiberger Stutfohlen, geboren am 26. April, auf diesem Bild genau einen Tag alt.

Alle sagen, ich bin soooo süß.

Ich sage: ich bin soooo müde!