Meine Lieblingsspielzeuge 

Spielzeuge sind für uns Pferdekinder genau so wichtig wie für kleine Babies. Indem ich sie mir anschaue, sie rieche, sie beschnuppere oder ablecke, sie bewege und dabei höre, welche Geräusche sie machen, lerne ich und bin dabei manchmal sogar ganz kreativ!

 

24. Mai. Da ich ein Stutfohlen bin, bin ich nur im ersten Monat genauso verspielt wie die kleinen Hengste. In diesem ersten Monat habe ich noch viel Spaß mit meinen Bällen, danach weniger. Aber heute bringen sie mir noch ein ganz tolles Spielzeug.... eine knisternde Plastikplane!

 

Ich bin begeistert! Die Plane raschelt, wenn ich sie mit dem Fuss bewege....

.... auch, wenn ich sie in den Mund nehme und an ihr ziehe.

Ich bin mutig und stelle mich darauf....

Wie viel Spaß macht das! Ich lege mich auf die Plane und wälze mich gemütlich.

Doch was ist das. Sigrid nimmt die Plane und legt sie meiner Mama auf den Rücken....

Das finde ich gar nicht lustig! Es ist meine Plane! Ich gehe zu Mama und ziehe sie von ihrem Rücken.

Ich beginne mein lustiges Spiel von vorne....

Ich werde so langsam müde und lege mich nun auch zum Schlafen auf die Plane.

Am Ende schlafe ich wirklich ein, tief und fest.

Doch plötzlich schrecke ich hoch. Wo ist Mama? Sie ist nirgends zu sehen....

Zum Glück finde ich sie hinter dem Berg. Und im nächsten Moment kommt Carl, um mit mir zu spielen! Das macht auch Spaß! Er hebt meine Vorderbeine hoch, und wir tanzen!

Am nächsten Tag bringen sie mir schon wieder ein neues Spielzeug! In einer Plastikfolie sind  ganz viele klappernde Dosen.

Ich schiebe den Klappersack mit den Füßen weg und hebe ihn mit den Zähnen hoch....

Aber so lustig wie die Plane ist dieses Spielzeug leider nicht....

Und auch das Planschbecken, das sie mir dann am nächsten Tag hinstellen, kann mich nicht so richtig begeistern.

Ich trinke daraus, aber ansonsten ist es langweilig.... Es läßt sich nicht bewegen und macht auch keine Geräusche, leider.

15. Juni. Nun wird es spannend! Emily kommt zu mir und bringt ihre Puppe Ida mit.

Sie legt sie zu mir und fragt mich, ob ich mit Ida spielen möchte. Na klar!

Ich schaue mir Ida ganz genau an und mag sie sehr! Sie hat Reitsachen an....

Und dann habe ich eine ganz tolle Idee. Ich frage Emily, ob ich nicht Idas Reitpferd sein kann.  Ich möchte doch so gerne schon ein großes Reitpferd sein wie meine Mama!

Also holt Emily mein Halfter mit dem Strick und den Bauchgurt, damit Ida sich daran festhalten kann.

Als Ida dann auf meinem Rücken sitzt, sagt Emily, dass wir ganz toll aussehen. Sie lacht, und ich muss plötzlich auch so sehr lachen! Es ist toll, ein Reitpferd zu sein!

Wir gehen im Schritt im Paddock herum. Ich glaube, Ida gefällt es gut auf meinem Rücken!

Leider ist Ida nicht so sattelfest wie Carl und Emily - sie fällt fast runter, als ich meinen Hals hinunterbeuge. Arme Ida, sie hat sich bestimmt erschrocken!

Als Ida wieder fest sitzt, will ich ganz schnell zu Mama gehen und ihr zeigen, was für ein tolles Reitpferd ich bin.

Mama findet Ida und mich auch ganz toll! Sie sagt, wir sind ein tolles Team.

Ich stelle plötzlich fest, dass ich ganz durstig bin. Wie Mamas Reiter immer muss nun auch Ida warten, bis ich satt bin.

Sehen wir nicht schön zusammen aus?

Mama jedenfalls ist so stolz auf mich. Und das ist ja auch das wichtigste!

Wie wichtig Spielzeuge für das ganze Pferdeleben sind, zeigt sich wenig später.

Sigrid hat erzählt, dass Pegasus sich während der letzten Kutschfahrt sehr vor einer Plane erschreckt hat. Sie bittet mich nun, Pegasus zu zeigen, dass Planen gar nicht gefährlich sind. Sie sagt, Pegasus ist zwar sehr schlau, aber auch sehr ängstlich. Als er ein Fohlen war, hat niemand ihn Spielzeuge gezeigt. Er lebte in einer Herde ganz weit weg und hatte mit Menschen nichts zu tun. Sigrid sagt, er hatte noch nicht einmal Autos gekannt, als er hier in den Stall kam, und da war er schon fast vier Jahre alt und somit gar kein Fohlen mehr!

 

Es ist der 12. Juni. Ich bin erst sechs Wochen alt und soll nun dem großen Pegasus zeigen, dass er gar nicht ängstlich sein muss. Das ist aber eine große Aufgabe für mich!

Zum ersten Mal werde ich von Mama getrennt! Das Tor ist zu! Mama ist ganz aufgeregt, ich auch. Emily beruhigt Mama ein bißchen. Mama ruft schließlich Pegasus zu sich und bittet ihn, nett zu mir zu sein. Pegasus verspricht das.

Carl kommt und bringt einen großen Ball, die Plane und meinen Klappersack mit. Da bin ich aber froh, dass Carl auch mit hilft! Ich gehe sofort zur Plane und stelle meine Füße hinauf und scharre. Und Pegasus erschrickt wirklich!

Er springt zurück und sagt, dass er mit der Plane nichts zu tun haben möchte!

Aber damit ist Carl gar nicht einverstanden. Er ruft Pegasus zu sich und raschelt an der Plane.

Ich finde das lustig, aber Pegasus gar nicht!

Naja, aber Pegasus ist auch ein schlaues Pferd und erkennt bald, dass die Plane nicht gefährlich sein kann, wenn Carl und ich sie beide mögen. Er läßt sie sich dann sogar von Carl über den Hals legen.

Auch vor dem Klappersack hat er bald keine Angst mehr. Er trägt ihn am Ende sogar auf dem Kopf!

Nun bin ich also zum ersten Mal ein Lehrer gewesen! Das hat mir Spaß gemacht! Und Pegasus wird nie wieder Angst vor Planen oder Bällen oder Klappensäcken haben!

Ich finde es super, dass ich schon so früh so viele Dinge kennenlernen darf. Dann muss ich später nie wieder Angst vor ihnen haben. Und stellt Euch vor, ich durfte am 6. Juli sogar in das Haus meiner Familie, um noch mehr neue Dinge anzuschauen!

Es ist zwar ganz interessant in der Küche, aber viel besser gefällt es mir anschließend im Garten.

Da gibt es Apfelbäume, Sonnenblumen und so vieles, das ich riechen, schmecken und probieren kann. Und zwei große Trampoline.... aber die sind doch eher für die Kinder als für kleine Fohlen!

Am 12. August darf ich einmal wieder mit der Plane spielen!

Sofort lege ich mich darauf....

und wälze mich.... und hebe dabei mit meinen Hufen die Plane in die Luft!

Als ich wieder aufstehe, liegt sie über meinem Kopf!

Das ist ein lustiges Gefühl! Als ich mich schüttele, fällt sie hinunter.

Und weil das so schön war, fange ich gleich noch einmal von vorne an....

Und wieder habe ich die Plane besiegt! Pegasus, der zugeschaut hat, ist ziemlich beeindruckt!

Ich bin sehr gespannt, welche Spielzeuge meine Menschen mir noch bringen. Sie sagen, ich solle weiter spielend lernen, wie ein Kind. Damit ich möglichst viel von der Welt kennenlerne, solange meine Mama noch in meiner Nähe ist und mir Sicherheit gibt. Außerdem werde ich schlauer, wenn ich viel sehe und fühle, sagen sie. Und mir macht das Spaß!

Je älter ich werde, desto weniger interessiere ich mich für die Bälle und anderen Spielsachen. Dafür beschäftige ich mich gerne mit den Eichenstämmen, die in unserem Paddock liegen.

Am meisten aber liebe ich die verschiedenen Bürsten, die überall im Stall und an den Außenwänden hängen. Wenn niemand da ist, der mich krault, dann kraule ich mich so gerne selber!

Das tut gut und ist soooo schön!